Nimmersatte Boniritter

Die letzten Wochen waren wie Weihnachten und Geburtstag gleichzeitig für die Boniritter der UBS: CVP und FDP verhinderten im Büro des Ständerates die Einsetzung einer PUK, die an Nutzlosigkeit kaum zu unterbietende Minder-Initiative wurde zum Kreuzzug gegen die Abzocker aufgebauscht und als krönender Abschluss durften sich alle nochmal nach Lust und Laune im Bonus-Topf bedienen.

Auch bald zwei Jahre nach Ausbruch der Krise scheinen die Verursacher noch immer gar nichts begriffen zu haben. Weder in der Politik noch im Finanzsektor selber ist man bereit, vom alten Trott abzuweichen. Noch immer ist die FINMA ein harmloses Hündchen, das sich über jeden vorgeworfenen Knochen freut – und sei er noch so klein. Noch immer regiert eine in Apathie verfallene bürgerliche Mehrheit dieses Land und verhindert jede griffige Reform, die den offensichtlich eben nicht selbstregulierenden Markt in nützliche Schranken weisen würde. Und noch immer werden Boni in Milliardenhöhe ausgeschüttet, während man ebenso hohe Verluste einfährt: Im Geschäftsjahr 2009 verzeichnete die UBS einen Verlust von knapp 3 Milliarden Franken. Dennoch kassierten Banker bei der UBS siebenstellige „Begrüssungsgeschenke“ und Abfindungen, wenn sie dann nach einem halben Jahr die Bank wieder verliessen.

Doch dem ganzen Treiben der Boniritter setzt erst der oberste Boni-Grüsel, UBS-CEO Oswald Grübel, die Krone auf. Grossmäulig gab er bekannt, dieses Jahr auf seinen Bonus zu verzichten. Und weil der Chef das so sagte, stand dann auch „nur“ ein Salär von 3 Millionen Franken im Jahresbericht. Doch ohalätz, da war ja noch sein Antrittsgeschenk. Und dabei handelte es sich nicht etwa um einen adretten Früchtekorb, sondern um Aktien im Wert von 13 Millionen Franken (mittlerweile sind sie etwa 24 Millionen Franken wert).

Wir rekapitulieren: Die UBS steckt selbstverschuldet im Dreck, nachdem Jahrelang das Poker-Handbuch als Leitbild für die Stümper in der Investment-Abteilung fungiert hatte. Willfährig wie er halt so ist, buttert FDP-Bundesrat und ex UBS-Mann Hansruedi Merz also Milliarden Steuer- und Nationalbankgelder in den maroden Kolloss. Allein 40 Milliarden Franken kosten die SNB die toxischen Papiere der UBS – für deren Verwaltung die UBS anschliessend ein illustres Sümmchen von 80 Millionen pro Jahr in Rechnung stellt. Trotz einem Verlust von 3 Milliarden Franken werden Boni in der Höhe der Verlustsumme ausgeschüttet (sollen Boni nicht eigentlich eine gute Leistung belohnen?). Dieses Geld versteuern die Boniritter dann ebenso wenig wie die UBS (die ist sowieso steuerfrei fein raus), weil sie in den Steuerparadiesen der Innerschweiz leben.
Kurz und bündig: Abzocken an allen Ecken und Enden aber bloss nichts den Steuerzahlern zurückgeben, die der UBS das Leben gerettet haben.

Den ganzen Karsumpel mit Krise verursacht, Arbeitsplätze vernichtet und Volkswirtschaften in den Sand gesetzt lassen wir jetzt mal beiseite. Man tritt ja niemanden ins Gesicht, der schon am Boden liegt.
Oder doch? Wie muss sich jemand fühlen, der oder die wegen der Krise entlassen wurde, wenn er oder sie nun das perverse Treiben der Boniritter und ihrer Lakaien sieht? Ins Gesicht getreten oder doch nur angespuckt?

Um auf die schweren Missstände aufmerksam zu machen, sammelte die JUSO vergangenen Mittwoch auf dem Paradeplatz Unterschriften für die 1:12-Initiative. Denn im Gegensatz zur Minder-Initiative macht die 1:12-Initiative Schluss mit horrenden Boni-Sauereien.

Setze auch du dich noch heute gegen die Abzocker ein und unterschreibe die 1:12-Initiative!

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