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In stiller Trauer…

Fulana Al-Fulaniyya ist letztes Jahr im Mittelmeer ertrunken. Geflüchtet vor Krieg und Perspektivlosigkeit, gestorben in der Hoffnung auf ein besseres Leben.

Fulana Al-Fulaniyya existiert so nicht. Sie ist eine fiktive Person. Eine Frau, die wir uns ausgedacht haben, um auf das Schicksal Tausender aufmerksam zu machen. Eine Frau, die es aber genau so hätte geben können. Allein im letzten Jahr ertranken mindestens 5000 Flüchtlinge im Mittelmeer, und unzählige weitere starben auf anderen Abschnitten ihrer Flucht. Sie flohen vor Krieg, Verfolgung und Hunger, riskierten alles in der verzweifelten Hoffnung auf ein besseres Leben in Europa – und bezahlten dafür mit ihrem Leben.

Und doch trauert niemand um sie. Keine Trauerfeiern werden für sie abgehalten und keine Grabsteine gemeisselt. Sie bleiben eine gesichtslose Masse, eine blosse Zahl in den Abendnachrichten. Das darf nicht sein.

Deshalb haben wir heute am Zürcher Hauptbahnhof Todesanzeigen für Fulana Al-Fulaniyya geschaltet, stellvertretend für alle Menschen, die auf der Flucht ums Leben gekommen sind. Vor den Küsten Europas sterben keine Massen und keine Zahlen, da sterben Menschen. Menschen mit den unterschiedlichsten Hoffnungen, Träumen und Geschichten; Lehrerinnen und Verkäufer, Sängerinnen und Ärzte, Freundinnen und Väter, Geliebte und Liebende. Menschen, mit denen uns mehr verbindet, als uns voneinander trennt.

 

Die Todesanzeigen reichen aber nicht: Wir wollen im ganzen Kanton Zürich 300 Plakate verteilen, um die Menschen mit den direkten Folgen bürgerlicher Asylpolitik zu konfrontieren. Bestelle jetzt ein Plakat und hänge es an deinen Balkon, in deinen Garten oder vor dein Fenster. Oder bestelle Kleber und verteile sie in deinem Umfeld. Nur mit deiner Hilfe können wir die Bürgerlichen dazu zwingen, sich nicht länger hinter einer gesichtslosen Zahl zu verstecken, sondern Flüchtende als das zu sehen, was sind: Menschen.

Am 8. Juni 2017 findet um 21 Uhr auf dem Helvetiaplatz eine Mahnwache für all die namenlosen Flüchtlinge statt, die auf der Flucht starben und immer noch sterben. Gedenken wir ihrer und setzen gemeinsam ein Zeichen gegen den Hass und für die Menschlichkeit.

Krank sind nur die anderen

Ganz ungewohnt fühlte es sich an, als die Resultate dann veröffentlicht wurden. Die Energiestrategie 2050 angenommen, im Kanton Zürich sowohl die Privatisierung zweier Spitäler wie auch nur noch eine Fremdsprache in der Sekundarstufe verhindert. Gewonnen. Wir hatten jede einzelne Vorlage gewonnen. Euphorie darüber, die Bürgerlichen in einer ihrer Kernforderungen besiegt und dem Privatisierungsneurotiker Thomas Heiniger ein Schnippchen geschlagen zu haben, machte sich breit.
Bei näherer Betrachtung der Ergebnisse verging einem das Jubeln jedoch schnell wieder. Hatten 53,5% der Zürcher Bevölkerung gegen die Privatisierung des Kantonspital Winterthurs gestimmt, so sprachen sich nur noch 51,2% gegen dasselbe Anliegen aus, sobald es um die Integrierte Psychiatrie ging. Rund 8900 Menschen entschieden sich also plötzlich, eine Vorlage, die sie zuerst abgelehnt hatten, anzunehmen. Woher kommt diese Diskrepanz? Der neoliberalen Ideologie, wonach jede Privatisierung automatisch für „Effizienz“ und „Kostensenkungen“ sorgt, lässt sich in diesem Fall nur schwer die Schuld zuschieben.

Das Ergebnis zeigt, wie gross die Stigmatisierung von Menschen mit psychischen Krankheiten auch heute immer noch ist. Für viele Menschen ist es unvorstellbar, dass sie selbst einmal an Depressionen, Angstzuständen oder – Göttin bewahre! – einer Psychose erkranken können. Sowas passiert doch nur den Anderen, den Irren. Ein Psychiatrieaufenthalt wegen einer Essstörung wird komplett anders bewertet als ein Krankenhausaufenthalt aufgrund von Krebs, denn Krebs ist ja nicht selbstverschuldet, oder? Psychische Krankheiten werden gleichzeitig bagatellisiert und dämonisiert – bagatellisiert dadurch, das etwa Essstörungen häufig als «Modekrankheiten» angesehen werden oder Menschen mit Depressionen geraten wird, doch einfach «mehr zu lächeln», dämonisiert durch die oftmals völlig verzehrte Darstellung von dem schizophrenen Serienmörder in Spielfilmen. Viele Betroffene haben Mühe bei der Arbeits- und Wohnungssuche, kämpfen mit Ausgrenzung und Mobbing. Studien haben sogar gezeigt, dass psychisch kranke Menschen wesentlich öfters Opfer von Gewaltverbrechen werden als psychisch Gesunde. In einer Gesellschaft, die ständige Leistung fordert, ist kein Platz für Schwäche. Das Korsett der Norm, das uns allen übergestülpt wird, wird täglich enger, und wer nicht hineinpasst, fällt. Diese abwehrende Haltung zeigte sich auch ganz konkret an der Kampagne, die sowohl Befürworter*innen wie auch Gegner*innen der Vorlage führten: Stets wurde von Spitälern gesprochen, als könne die blosse Erwähnung des Wortes Psychiatrie potentielle Wähler*innen abschrecken.

Rund ein Drittel aller Menschen leiden einmal in ihrem Leben an einer psychischen Erkrankung, und trotzdem wird aus Scham immer noch nur hinter vorgehaltener Hand darüber gesprochen. Stigmatisierung verhindert, dass Menschen sich die Hilfe holen, die sie so dringend brauchen. Brechen wir also mit den Vorurteilen und der Ausgrenzung, denn psychische Krankheiten sind in erster Linie vor allem eines – normal.

Falls du oder jemand aus deinem engeren Umfeld mit psychischen Problemen zu kämpfen hat, zögere nicht, professionelle Hilfe zu suchen. In Notsituationen kannst du jederzeit der dargebotenen Hand unter der Nummer 043anrufen – anonym und kostenlos.

Offener Brief an Thomas Heiniger

Sehr geehrter Herr Heininger

Vor vier Jahren – ich war zum damaligen Zeitpunkt 15 – versuchte ich mir das Leben zu nehmen. Ich schluckte all die Tabletten, deren ich habhaft werden konnte, und wartete. Irgendwann begann mein Herz zu rasen, unheimlich schnell, ich wurde panisch, konnte nicht mehr atmen, nicht mehr denken, alles war so verschwommen, die Wände rückten immer näher und ich musste raus, raus, einfach nur raus. Auf der Strasse brach ich zusammen und wurde notfallmässig ins Spital eingeliefert. Artikel ansehen

JUSO lanciert Entlastungsinitiative

Vor einer Woche hat die JUSO Kanton Zürich die Entlastungsinitiative lanciert. Es sind bereits über 1300 Unterschriften gesammelt worden!

Jahrelang hat sich eine winzige Elite immer mehr bereichert, während der Grossteil der Bevölkerung das Nachsehen hatte. Die bürgerlichen Parteien überschütteten ihre Klientel mit Steuergeschenken. Die einfache Bürgerin, der einfache Bürger bezahlte dagegen immer mehr. Damit ist jetzt Schluss! Die Entlastungsinitiative sorgt für eine fairere Steuerbelastung und nimmt die Reichen wieder in die Pflicht. Es ist Zeit für eine Steuerreform, von der alle profitieren!
Ziel der Initiative ist eine Anpassung der Steuerprogression der Einkommenssteuer: Der Freibetrag wird auf das Existenzminimum angehoben, hohe Einkommen werden im Gegenzug stärker belastet. Artikel ansehen

Kapital statt Arbeit besteuern – die neue JUSO-Initiative

Die meisten Menschen arbeiten: Die Lehrerin, der Krankenpfleger, die Fabrikarbeiterin – sie alle leisten einen Beitrag zur Gesellschaft. Für ihre Arbeit erhalten sie einen Lohn. Das sind Arbeitseinkommen. Du, ich, wir alle gehören dazu: Die absolute Mehrheit der Menschen gehört zu diesen Leuten. Es gibt aber auch Menschen, die tragen nichts zur Gesellschaft bei und werden trotzdem immer reicher und reicher. Sie lassen ihr Geld für sich arbeiten und erhalten Zinsen auf ihr eh schon gewaltiges Vermögen, profitieren davon, dass sie ihre Immobilien noch teurer vermieten können und streichen sich Dividenden ein. Das sind Kapitaleinkommen. Artikel ansehen

Burkaverbot! – Burkaverbot?!

 

burkaverbot! – Burkaverbot?!

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Letzte Woche hat das Parlament das Burkaverbot beschlossen. Die JUSO Kanton Zürich verurteilt diese Form von Populismus aufs Schärfste.  Artikel ansehen

JUSO lanciert neue Volksinitiative

Heute wurde die „Entlastungsinitiative“ offiziell im Amtsblatt publiziert. Die neue Initiative der JUSO Kanton Zürich will den steuerlichen Freibetrag auf das Existenzminimum anheben und so die Steuern für untere und mittlere Einkommen senken. 90% der Bevölkerung würden profitieren. Für den Kanton Zürich wäre die Initiative ein Nullsummenspiel. 

In den letzten Jahren wurden Grosskonzerne und Superreiche mit Steuergeschenken überhäuft, zum Beispiel mit der Unternehmenssteuerreform II oder der weitgehenden Abschaffung der Erbschaftssteuer. Gleichzeitig hatte die grosse Mehrheit der Bevölkerung und insbesondere der Mittelstand mit höheren Gebühren und stagnierenden Löhnen zu kämpfen. Mit der Entlastungsinitiative würden alle Einzelpersonen mit einem steuerbaren Einkommen bis zu 100’000 Franken profitieren. Das sind 93% aller Einzelpersonen im Kanton Zürich. Gerade der Mittelstand und die Einkommensklasse 50’000-60’000 Franken würde massiv profitieren. Die Mindereinnahmen würden mit der Entlastungsinitiative durch zusätzliche Steuerprogressionsstufen bei den Superreichen kompensiert. Für den Kanton Zürich wäre die Initiative ein Nullsummenspiel. Artikel ansehen

Offener Brief an Mario Fehr

Die JUSO Kanton Zürich hat als Reaktion auf die Aussagen von Regierungsrat Mario Fehr einen offenen Brief an den SP-Politiker geschrieben. 

Lieber Mario,
Du hast offensichtlich weder die Essenz des Liberalismus noch die Werte der Sozialdemokratie auch nur annährend begriffen. Wie kannst du sonst im gleichen Atemzug ein Burkaverbot mit einer liberalen Gesellschaft in Verbindung bringen? Deine Ziele sind nicht inhaltlicher Natur, das ist offensichtlich. Artikel ansehen

JUSO-Kritik führt zu Konzertabsage

Wie heute bekannt wurde, hat der Stadtrat von Schlieren entschieden, das geplante Konzert des bekennenden Faschisten Marko Perkovic alias „Thompson“ abzusagen. Die JUSO Kanton Zürich ist erfreut über diesen Erfolg. 

 

Vor zwei Wochen hat die JUSO Kanton Zürich vom Stadtrat Schlieren die Absage des Konzertes gefordert. Dieser Aufforderung ist der Stadtrat nun nachgekommen. Mit seinen Konzerten und Liedern verstösst Perkovic gegen die Anti-Rassismus-Strafnorm und ist ein Feind der freien und demokratischen Gesellschaft. Artikel ansehen

JUSO fordert Absage von faschistischem Konzert in Schlieren

Am 3. September findet ein Konzert des bekannten Faschisten Marko Perkovic alias „Thompson“ in Schlieren statt. Die JUSO Kanton Zürich fordert die Exekutive von Schlieren mit einem offenen Brief auf, das Konzert abzusagen. 

 

Schon mehrmals verursachten Konzerte und Auftritte des bekennenden Faschisten Marko Perkovic alias „Thompson“ Proteste und Absagen der geplanten Veranstaltungen. So hat das Bundesamt für Polizei (Fedpol) im Jahr 2009 gar eine Einreisesperre gegen Perkovic verhängt. [1]

Offen zur Schau getragener Rassismus ist in einer demokratischen Gesellschaft wie der Schweiz unzulässig und schürt Wut und Hass. An Veranstaltungen von Perkovic kommt es immer wieder zu faschistischen Manifestationen und Gewaltausschreitungen. Mit seinen Verherrlichungen des Ustascha-Regimes ist Perkovic ein Feind der freien und demokratischen Gesellschaft.

Nina Hüsser, Co-Präsidentin der JUSO Kanton Zürich, meint darum zum Fall: „Wir fordern die Gemeinde Schlieren und auch die kantonalen Verantwortlichen auf, das Konzert abzusagen.“

Den Link zum offenen Brief finden Sie hier!

[1] http://www.nzz.ch/wirbel-um-kroatischen-saenger-1.3722541