Jüngste Kantonsrätin aller Zeiten

„na ja, im Parlament und keine Lebenserfahrung. Das kann ja nur gut kommen.“
So lautet einer der Top Leser*innen-Kommentare unter dem 20 Minuten Artikel zu meinem Nachrutschen in den Kantonsrat. Es sind genau solche Kommentare, die mir zeigen, wie wichtig es ist, sich als junger Mensch in der Politik zu engagieren. Momentan werden die Parlamente von alten, weissen Männern dominiert, obwohl sie die ganze Bevölkerung vertreten sollten. Als junge, feministische Frau möchte ich mich für die einsetzen, die heute im Parlament nicht ausreichend vertreten sind.

Es kann nicht sein, dass die Proteste von Schüler*innen gegen die Abbaumassnahmen in der Bildung ignoriert werden. Es sollte uns allen klar sein, dass eine kostenlose, qualitativ gute Bildung den Grundstein für unsere Gesellschaft legt. Sie bildet uns zu unabhängigen, kritisch denkenden Individuen aus, die die Zukunft verbessern können.

Es kann nicht sein, dass Frauen*, die die Hälfte der Bevölkerung ausmachen, so stark in den Parlamenten untervertreten sind. Unsere Vorgänger*innen haben nicht jahrelang für Gleichberechtigung gekämpft, dass wir uns jetzt einfach mit einem knappen Drittel der Sitze zufriedengeben.

Es kann nicht sein, dass 25% der Bewohner*innen des Kantons keinerlei Mitbestimmungsrechte haben, bloss weil sie den falschen Pass besitzen. Als Menschen, die hier wohnen und Steuern bezahlen, sollten sie genauso das Recht haben, über die Zukunft des Kantons entscheiden zu können. Für eine wirkliche Demokratie braucht es die politische Partizipation von allen.

Also ja, ich muss dem Kommentar wohl zustimmen. Das kann ja nur gut kommen! Schliesslich habe ich die beste Jungpartei, die mir den Rücken stärkt, mit mir tolle Ideen entwickelt und mich unglaublich inspiriert, endlich das zu ändern, was uns stört!

VENCEREMOS!

Hannah Pfalzgraf ist JUSO-Vorstandsmitglied und seit kurzem jüngste Kantonsrätin.

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