Will die JUSO Weihnachten verbieten?

Wird die JUSO wirklich zum Kinderschreck, wie es “Blick am Abend” behauptet? Welche Forderungen stehen im Papier, welches die JUSO Kanton Zürich am 10.3.18 verabschiedete? Und leben wir wirklich in einem säkularen Staat?

Der Leitgedanke des Papiers ist sehr simpel: Staat und Religion sollen getrennt sein, die Religionsausübung Privatsache. Aus diesem Grundsatz folgt eine Reihe von Forderungen und Positionen: Heute können einige (christliche) Religionsgemeinschaften Steuern erheben lassen. Dies ist nicht nur eine Ungleichbehandlung der anderen Religionsgemeinschaften, es ist auch unfair gegenüber diversen Vereinen, die oftmals grossartige Arbeit leisten, aber ihre Mitgliederbeiträge weiterhin selbst einziehen müssen. Wichtig ist, dass die vielen letztlich staatlichen Aufgaben, die Religionsgemeinschaften heute übernehmen, wieder direkt durch den Staat übernommen werden.

Zur kontrovers diskutierten “Abschaffung” von Weihnachten: Natürlich darf jede*r weiterhin feiern, was und wie er oder sie will. Es ist aber fraglich, warum in einem säkularen Staat der Tag der Menschenrechte nicht als Feiertag gilt, ein religiöser Feiertag hingegen schon. Wenn Religion Privatsache ist, soll der Staat nicht die Feiertage einzelner Religion bevorzugen.

Das Papier verschreit Religion nicht als gut oder schlecht. Wir sehen existierende Konflikte in der Schweiz nicht als Konflikte zwischen Religionsgruppen, sondern (nicht-christliche) Religionen als Sündenböcke, welche gebraucht werden um von den wahren Konflikten abzulehnen. Gerade darum aber ist eine saubere Trennung von Staat und Religion wichtig. Wenn diese Trennung vollzogen wird, werden soziale Konflikte als das erkannt, was sie sind: Das Ergebnis bürgerlicher Abbaupolitik.

Das ganze Papier findet sich hier.

 

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