In stiller Trauer…

Fulana Al-Fulaniyya ist letztes Jahr im Mittelmeer ertrunken. Geflüchtet vor Krieg und Perspektivlosigkeit, gestorben in der Hoffnung auf ein besseres Leben.

Fulana Al-Fulaniyya existiert so nicht. Sie ist eine fiktive Person. Eine Frau, die wir uns ausgedacht haben, um auf das Schicksal Tausender aufmerksam zu machen. Eine Frau, die es aber genau so hätte geben können. Allein im letzten Jahr ertranken mindestens 5000 Flüchtlinge im Mittelmeer, und unzählige weitere starben auf anderen Abschnitten ihrer Flucht. Sie flohen vor Krieg, Verfolgung und Hunger, riskierten alles in der verzweifelten Hoffnung auf ein besseres Leben in Europa – und bezahlten dafür mit ihrem Leben.

Und doch trauert niemand um sie. Keine Trauerfeiern werden für sie abgehalten und keine Grabsteine gemeisselt. Sie bleiben eine gesichtslose Masse, eine blosse Zahl in den Abendnachrichten. Das darf nicht sein. Artikel ansehen

Krank sind nur die anderen

Ganz ungewohnt fühlte es sich an, als die Resultate dann veröffentlicht wurden. Die Energiestrategie 2050 angenommen, im Kanton Zürich sowohl die Privatisierung zweier Spitäler wie auch nur noch eine Fremdsprache in der Sekundarstufe verhindert. Gewonnen. Wir hatten jede einzelne Vorlage gewonnen. Euphorie darüber, die Bürgerlichen in einer ihrer Kernforderungen besiegt und dem Privatisierungsneurotiker Thomas Heiniger ein Schnippchen geschlagen zu haben, machte sich breit.
Bei näherer Betrachtung der Ergebnisse verging einem das Jubeln jedoch schnell wieder. Hatten 53,5% der Zürcher Bevölkerung gegen die Privatisierung des Kantonspital Winterthurs gestimmt, so sprachen sich nur noch 51,2% gegen dasselbe Anliegen aus, sobald es um die Integrierte Psychiatrie ging. Rund 8900 Menschen entschieden sich also plötzlich, eine Vorlage, die sie zuerst abgelehnt hatten, anzunehmen. Woher kommt diese Diskrepanz? Der neoliberalen Ideologie, wonach jede Privatisierung automatisch für „Effizienz“ und „Kostensenkungen“ sorgt, lässt sich in diesem Fall nur schwer die Schuld zuschieben. Artikel ansehen

Offener Brief an Thomas Heiniger

Sehr geehrter Herr Heininger

Vor vier Jahren – ich war zum damaligen Zeitpunkt 15 – versuchte ich mir das Leben zu nehmen. Ich schluckte all die Tabletten, deren ich habhaft werden konnte, und wartete. Irgendwann begann mein Herz zu rasen, unheimlich schnell, ich wurde panisch, konnte nicht mehr atmen, nicht mehr denken, alles war so verschwommen, die Wände rückten immer näher und ich musste raus, raus, einfach nur raus. Auf der Strasse brach ich zusammen und wurde notfallmässig ins Spital eingeliefert. Artikel ansehen

JUSO lanciert Entlastungsinitiative

Vor einer Woche hat die JUSO Kanton Zürich die Entlastungsinitiative lanciert. Es sind bereits über 1300 Unterschriften gesammelt worden!

Jahrelang hat sich eine winzige Elite immer mehr bereichert, während der Grossteil der Bevölkerung das Nachsehen hatte. Die bürgerlichen Parteien überschütteten ihre Klientel mit Steuergeschenken. Die einfache Bürgerin, der einfache Bürger bezahlte dagegen immer mehr. Damit ist jetzt Schluss! Die Entlastungsinitiative sorgt für eine fairere Steuerbelastung und nimmt die Reichen wieder in die Pflicht. Es ist Zeit für eine Steuerreform, von der alle profitieren!
Ziel der Initiative ist eine Anpassung der Steuerprogression der Einkommenssteuer: Der Freibetrag wird auf das Existenzminimum angehoben, hohe Einkommen werden im Gegenzug stärker belastet. Artikel ansehen

Kapital statt Arbeit besteuern – die neue JUSO-Initiative

Die meisten Menschen arbeiten: Die Lehrerin, der Krankenpfleger, die Fabrikarbeiterin – sie alle leisten einen Beitrag zur Gesellschaft. Für ihre Arbeit erhalten sie einen Lohn. Das sind Arbeitseinkommen. Du, ich, wir alle gehören dazu: Die absolute Mehrheit der Menschen gehört zu diesen Leuten. Es gibt aber auch Menschen, die tragen nichts zur Gesellschaft bei und werden trotzdem immer reicher und reicher. Sie lassen ihr Geld für sich arbeiten und erhalten Zinsen auf ihr eh schon gewaltiges Vermögen, profitieren davon, dass sie ihre Immobilien noch teurer vermieten können und streichen sich Dividenden ein. Das sind Kapitaleinkommen. Artikel ansehen