Lehrstellen statt kaltstellen!

Weil ihnen eine Lehrstelle verwehrt bleibt, werden Jahr für Jahr Jugendliche im Kanton Zürich die Perspektiven genommen und sozial kaltgestellt. Mit dem Berufsbildungsfonds können Abhilfe und fehlende Lehrstellen geschaffen werden! Noch Fragen zum Fonds? Hier findest du die wichtigsten Fragen beantwortet.

Wieso braucht es den Berufsbildungsfonds?

Jeder und jede hat ein Recht auf eine Ausbildung. Aber auch dieses Jahr sind es wieder rund 1000 Jugendliche im Kanton Zürich, die nach der Schule ohne Anschlusslösung auf der Strasse stehen. Das darf nicht sein. Mit dem Berufsbildungsfonds können dringend benötigte Lehrstellen geschaffen werden – damit alle Jugendliche nach der Schule Perspektiven haben!

Wie wirkt der Berufsbildungsfonds?

Mit dem Berufsbildungsfonds können neue Lehrstellen geschaffen werden, weil:

  • Lehrbetriebe finanziell entlastet werden,
  • innovative Massnahmen im Bereich der beruflichen Grundbildung, z.B. Basislehrjahre oder Lehrstellenverbünde, gefördert werden,
  • und der Aufbau von Fonds für einzelne Branchen gezielt gefördert werden.

Woher kommt das Geld?

Der Berufsbildungsfonds ist eine faire Lösung. Denn nur diejenigen Betriebe werden zur Kasse gebeten, die weder Lehrlinge ausbilden, noch in einen Branchenfonds einzahlen. Damit werden auch Trittbrettfahrer verhindert. Unternehmen also, welche von gut ausgebildeten Arbeitskräften profitieren, sich aber bei der Ausbildung aus der Verantwortung stehlen.

Im Jahr dürfen für den Fonds maximal 20 Millionen Franken geäufnet werden. Der Beitragssatz wird vom Regierungsrat festgesetzt. In jedem Fall darf der Beitrag eines einzelnen Unternehmens aber nicht mehr als 1 Promille der AHV-pflichtigen Lohnsumme, die es gesamthaft ausrichtet, übersteigen. Ein Unternehmen, das also eine jährliche Lohnsumme von 1 Million Franken ausbezahlt, würde also maximal 1000.- Franken zum Fonds beitragen müssen.

Wer entscheidet über die Mittel des Berufsbildungsfonds?

Eine spezielle Berufsbildungskommission entscheidet, wie das Geld des Fonds für einzelne Projekte genutzt wird. Die Kommission soll mehrheitlich aus Personen von Berufs- und Arbeitnehmern gebildet werden.

In was für Projekte fliesst das Geld des Fonds konkret?

Die Gelder des Fonds müssen so eingesetzt werden, damit Lehrbetriebe entlastet und neue Lehrstellen geschaffen werden können. Denkbar sind z.B. folgende Projekte:

  • Entlastung von Ausbildungsbetrieben, die die Kosten für die überbetrieblichen Kosten tragen.
  • Übernahme der Kurskosten für die Berufsbildnerinnen und Berufsbildner in den Betrieben.
  • Finanzierung von aufwändigen technischen Einrichtungen in Ausbildungszentren.
  • Beteiligung an Kosten für Lernprojekte, welche die Betriebe bezahlen müssen, z.B. aufwändige Vertiefungsarbeiten.
  • Aufwendungen der Lehrbetriebe für das Qualifikationsverfahren.
  • Unterstützung des Aufbaus von Lehrbetriebsverbünden.
  • Förderung und Ausbau des Lehrstellenmarketings.

Gibt es Berufsbildungsfonds in anderen Kantonen?

Ja, in Genf, Freiburg, Neuenburg und im Wallis gibt es bereits kantonale Fonds. Damit konnten die Lehrbetriebe entscheidend entlastet werden. Im Wallis konnte z.B. ein Grossteil der Kosten der obligatorischen überbetrieblichen Kurse sowie für das Verbrauchsmaterial, welches an den diesjährigen Lehrabschlussprüfungen erforderlich war, durch den kantonalen Fonds bezahlt werden.

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