Lehrstellen statt Boni

Die UBS wird bis zum nächsten Jahr 8’700 Stellen abbauen, davon 2’500 Stellen in der Schweiz, dies hat die Konzernführung am frühen Morgen vor ihrer GV bekannt gegeben. Vom Stellenabbau sind vor allem auch Jugendliche betroffen, so sollen mindestens 130 Lehrabgänger und Lehrabgängerinnen nach dem Sommer nicht weiter beschäftigt worden.

Dass die Wirtschaftskrise trifft insbesondere die Jugendlichen: Bis zu 60’000 erwerbslose Jugendliche werden vom Gewerkschaftsbund für das Jahr 2010 prognostiziert. Und das Seco erwartet 250’000 Arbeitslose schweizweit. Wir sind nicht bereit dies hinzunehmen. Die UBS erhielt über 40 Milliarden Franken Staatshilfe, sie zahlt über 2,5 Milliarden Franken Boni auf Kosten der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler aus! Und abtretende Verwaltungsräte erhalten weiterhin Lohnauszahlungen, wie Ex-VR-Präsident Marcel Ospel, der 2,3 Millionen Franken Lohn kassierte, 12 Monaten nach seinem Rücktritt! Die UBS muss andere Lösungen finden, als die Boniauszahlungen mit Stellenabbau zu finanzieren! Dass dies ausgerechnet zu Lasten der Lernenden und Lehrabgängerinnen und -abgänger geschehen soll, ist unverschämt!

Wir haben deshalb in einem ersten Schritt eine Petition unter UBS Aktionärinnen und Aktionären lanciert. In dieser Petition fordern die Aktionärinnen und Aktionäre den UBS Verwaltungsrat auf, Verantwortung den Jungen gegenüber wahrzunehmen und alle Lehrabgängerinnen und Lehrabgänger weiter zu beschäftigen, sowie keinerlei Lehrstellenplätze abzuschaffen. Vor Beginn der GV haben wir vor dem Hallenstadion bei den Kleinaktionärinen und -aktionären Unterschriften gesammelt und sind auf erstaunlich gutes Echo gestossen. 100 Papierbögen an je 5 Unterschriftenfelder wurden vorgedruckt, diese waren schnell gefüllt und wir mussten weitere Bögen nachdrucken um der wachsenden Unterstützung für unser Anliegen unter den GV Besucherinnen und Besuchern gerecht zu werden.

Dass unsere Forderungen auf Verständnis traf, zeigt sich auch in folgendem Zitat aus der GV: Willi Stutz (94): «Herr Grübel, schicken Sie die Alten, die haben bald die AHV. Geben Sie den Jungen die Möglichkeit zu bleiben und etwas zu leisten.»
Dass viele von den Aktionärinnen und Aktionären sauer auf die Konzernleitung sind, zeigen auch die Wortmeldungen, die heute Morgen an der GV gefallen sind: Hans Peter Würsch: «Wir werden als Aktionäre bestohlen. Die Bank bezahlt Boni trotz Verlusten. Dafür muss sie auf die Reserven zurückgreifen. Die Reserven gehören den Aktionären.» «Herr Kurer, Sie waren ein Märchenerzähler», und auch bei der soeben ausgebrochenen Diskussion um das neue Vergütungsmodell wird Unmut im Saal laut: Dominique Biedermann: «Das neue Vergütungsmodell verhindert exzessive Saläre nicht.»

Wir werden uns weiterhin lautstark gegen exzessiven Lohn- und Boniauszahlungen zu Lasten der Jugend wehren!

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