Wem gehören unsere Städte?

Wie wohnen wir? Wo wohnen wir? Wie ist unsere unmittelbare Umgebung gestaltet? Diese Fragen wurden im vergangenen Jahr von allen Seiten wieder in den Fokus gerückt. Doch während die SP nach Genossenschaftsbauten und grösserer baulicher Dichte schreit und die Bürgerlichen den Allzeit-Sündenbock Zuwanderung aufs Parkett rufen, bleibt der eigentliche Kern des Problems unangetastet: Eine Stadtentwicklung, die sich an den Profitinteressen der Grundeigentümer und nicht an kollektiven Interessen orientiert.


Der Kapitalismus kriselt, Profite sinken und Investitionen in Immobilien scheinen der rettende Hafen zu sein, Städte und Gemeinden sehen sich im Zuge des Neoliberalismus in Konkurrenz und wollen Kapital anziehen, das Raumplanungsgesetz schwächelt. Und so wird unter dem Deckmäntelchen Ökologie saniert, gebaut und aufgewertet, wo es nur geht. Dass dabei finanziell schwächere Personen vertrieben werden, wird grosszügig in Kauf genommen, ebenso wie die Tatsache, dass durch diese sogenannte Gentrifizierung der Pendelverkehr zunimmt, die Wohnfläche pro Person steigt und damit die Umwelt nicht im geringsten geschützt wird, im Gegenteil.


Während mit dieser fortschreitenden Segregation der Bevölkerung ein lang gehegter Traum der Bürgerlichen in Erfüllung zu gehen scheint, müssen wir als Linke mehr denn je für die einzig konsequente Forderung im Bereich Stadtentwicklung einstehen: Kollektivierung von Boden und gemeinsame demokratische Stadtplanung. Denn solange mit überbautem Land mehr Profit generiert werden kann als mit Kulturland wird die Zersiedelung weiter fortschreiten, da kann von bürgerlicher Seite her noch so viel an der Zuwanderung herumgeschraubt werden. Genau so wenig werden horrende Mietpreise und Wohnungsnot ein Ende haben, solange der Wohnungsbau von kapitalistische Profitmaximierung gesteuert wird.

Angelehnt an das Positionspapier der JUSO Zürich Oberland zum Thema Stadtentwicklung:
http://juso-waehlen.ch/uster/regional/#2

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