Trans Jugendliche brauchen Schutz, nicht vor sich selbst, sondern vor rechter Symbolpolitik!

Trans Jugendliche brauchen Schutz, nicht vor sich selbst, sondern vor rechter Symbolpolitik!

Zürich, 7. Juli 2025 – Die JUSO Kanton Zürich zeigt sich entsetzt über die heutige Medienmitteilung des Regierungsrats zum Umgang mit geschlechtsangleichenden Behandlungen bei trans Jugendlichen. Statt sich an wissenschaftlicher Evidenz und am Wohl der Betroffenen zu orientieren, wird hier mit pauschalen Unterstellungen und rechtlich problematischen Eingriffen in die medizinische Versorgung ein gefährlicher politischer Kurs eingeschlagen. «Was als Sorge um Minderjährige verkauft wird, ist in Wahrheit ein Angriff auf die körperliche Selbstbestimmung von trans Menschen, Natalie Rickli dient als verlängerter Arm der Hetzkampagne ihrer Partei.» kritisiert Silas Muggli, Co-Präsident der JUSO Kanton Zürich. «Diese Politik schürt Misstrauen und Ängste, wo Vertrauen und Unterstützung notwendig wären.»

Entgegen der Behauptungen der Gesundheitsdirektion entscheiden sich Jugendliche nicht aus Trend oder Leichtfertigkeit für medizinische Eingriffe. Internationale Studien zeigen: Der Anteil von Jugendlichen, die ihre Transition bereuen liegt unter 1 % (Turban et al. (2021): Gender Identity Conversion Efforts and Suicide Attempts. JAMA Pediatrics.), beispielweise bei Knie-Operationen liegt dieser Wert um ein vielfaches höher, da wird aber nicht über ein Verbot diskutiert. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Geschlechtsinkongruenz 2019 explizit aus dem Kapitel psychischer Krankheiten entfernt. Trotzdem wird Geschlechtsinkongruenz in der Medienmitteilung des Regierungsrates benannt, das sei Verweigerung der Wissenschaft, so die JUSO.

«Diese ganze Thematik mit einem Mietvertrag oder einer Hochzeit gleichzustellen, ist transfeindlich und ekelhaft», so Simon Stettler, Zentralsekretär*in der JUSO Kanton Zürich, «Natalie Rickli geht es in keiner Weise darum, trans Jugendliche zu schützen, sondern ihre eigene menschenverachtende Ideologie aufzuzwingen.». Keine Person wird «geschützt» indem solche Operationen Jugendlichen verboten werden, im Gegenteil, Studien zeigen, dass die Suizidrate von trans Jugendlichen höher ist als bei cis Jugendlichen. Solche Operationen können Leben retten und dies mit einem Mietvertrag gleichzusetzen zeigt, dass die Rechten kein Interesse daran haben, trans Jugendliche zu schützen, sondern nur daran, ihre menschenverachtende Ideologie zu verbreiten. Zudem ermöglichen Pubertätsblocker trans Jugendlichen sich mehr Zeit zu nehmen und die zusätzliche Forderung der GD, dass Pubertätsblocker nur in wissenschaftlich begleiteten Studien abgegeben werden sollen, widerspricht der Behauptung, sie wolle wohlüberlegte Entscheidungen fördern.

JUSO fordert: Wissenschaft und Menschenrechte über Ideologie stellen

Die JUSO Kanton Zürich ruft den Regierungsrat dazu auf, sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse zu stützen, statt rechte Narrative zu bedienen. Statt Verunsicherung zu schüren, soll der Kanton:

  • den Zugang zur Gesundheitsversorgung für trans Menschen sichern
  • die Rechte und das Selbstbestimmungsrecht von trans Menschen, insbesondere trans Jugendlichen schützen
  • Familien, Schulen und medizinisches Fachpersonal sensibilisieren und unterstützen
  • und mit Transgender-Organisationen gemeinsam Standards entwickeln – nicht über ihre Köpfe hinweg