Jüngste Kantonsrätin aller Zeiten

„na ja, im Parlament und keine Lebenserfahrung. Das kann ja nur gut kommen.“
So lautet einer der Top Leser*innen-Kommentare unter dem 20 Minuten Artikel zu meinem Nachrutschen in den Kantonsrat. Es sind genau solche Kommentare, die mir zeigen, wie wichtig es ist, sich als junger Mensch in der Politik zu engagieren. Momentan werden die Parlamente von alten, weissen Männern dominiert, obwohl sie die ganze Bevölkerung vertreten sollten. Als junge, feministische Frau möchte ich mich für die einsetzen, die heute im Parlament nicht ausreichend vertreten sind.

Es kann nicht sein, dass die Proteste von Schüler*innen gegen die Abbaumassnahmen in der Bildung ignoriert werden. Es sollte uns allen klar sein, dass eine kostenlose, qualitativ gute Bildung den Grundstein für unsere Gesellschaft legt. Sie bildet uns zu unabhängigen, kritisch denkenden Individuen aus, die die Zukunft verbessern können. Artikel ansehen

Sichere Fluchtrouten jetzt!

2417 – so viele Menschen sind dieses Jahr laut Schätzung des UNHCR (United Nations High Commissioner for Refugees) bisher auf der Flucht im Mittelmeer ertrunken. Tag für Tag, Woche für Woche erhöht sich diese Zahl. Alleine in der ersten August-Woche wurden 39 weitere Menschen Teil dieser schrecklichen Statistik. Das Mittelmeer ist längst zu einem Massengrab geworden – ein Grab für die Opfer der europäischen Flüchtlingspolitik. Statt endlich sichere Fluchtwege zu gewährleisten und gemeinsam eine Lösung für diese humanitäre Katastrophe zu finden, schotten sich die einzelnen Staaten ab und verschliessen die Augen vor dem Elend, das jenseits ihrer Grenzen stattfindet. Artikel ansehen

In stiller Trauer…

Fulana Al-Fulaniyya ist letztes Jahr im Mittelmeer ertrunken. Geflüchtet vor Krieg und Perspektivlosigkeit, gestorben in der Hoffnung auf ein besseres Leben.

Fulana Al-Fulaniyya existiert so nicht. Sie ist eine fiktive Person. Eine Frau, die wir uns ausgedacht haben, um auf das Schicksal Tausender aufmerksam zu machen. Eine Frau, die es aber genau so hätte geben können. Allein im letzten Jahr ertranken mindestens 5000 Flüchtlinge im Mittelmeer, und unzählige weitere starben auf anderen Abschnitten ihrer Flucht. Sie flohen vor Krieg, Verfolgung und Hunger, riskierten alles in der verzweifelten Hoffnung auf ein besseres Leben in Europa – und bezahlten dafür mit ihrem Leben.

Und doch trauert niemand um sie. Keine Trauerfeiern werden für sie abgehalten und keine Grabsteine gemeisselt. Sie bleiben eine gesichtslose Masse, eine blosse Zahl in den Abendnachrichten. Das darf nicht sein. Artikel ansehen

Krank sind nur die anderen

Ganz ungewohnt fühlte es sich an, als die Resultate dann veröffentlicht wurden. Die Energiestrategie 2050 angenommen, im Kanton Zürich sowohl die Privatisierung zweier Spitäler wie auch nur noch eine Fremdsprache in der Sekundarstufe verhindert. Gewonnen. Wir hatten jede einzelne Vorlage gewonnen. Euphorie darüber, die Bürgerlichen in einer ihrer Kernforderungen besiegt und dem Privatisierungsneurotiker Thomas Heiniger ein Schnippchen geschlagen zu haben, machte sich breit.
Bei näherer Betrachtung der Ergebnisse verging einem das Jubeln jedoch schnell wieder. Hatten 53,5% der Zürcher Bevölkerung gegen die Privatisierung des Kantonspital Winterthurs gestimmt, so sprachen sich nur noch 51,2% gegen dasselbe Anliegen aus, sobald es um die Integrierte Psychiatrie ging. Rund 8900 Menschen entschieden sich also plötzlich, eine Vorlage, die sie zuerst abgelehnt hatten, anzunehmen. Woher kommt diese Diskrepanz? Der neoliberalen Ideologie, wonach jede Privatisierung automatisch für „Effizienz“ und „Kostensenkungen“ sorgt, lässt sich in diesem Fall nur schwer die Schuld zuschieben. Artikel ansehen

Offener Brief an Thomas Heiniger

Sehr geehrter Herr Heininger

Vor vier Jahren – ich war zum damaligen Zeitpunkt 15 – versuchte ich mir das Leben zu nehmen. Ich schluckte all die Tabletten, deren ich habhaft werden konnte, und wartete. Irgendwann begann mein Herz zu rasen, unheimlich schnell, ich wurde panisch, konnte nicht mehr atmen, nicht mehr denken, alles war so verschwommen, die Wände rückten immer näher und ich musste raus, raus, einfach nur raus. Auf der Strasse brach ich zusammen und wurde notfallmässig ins Spital eingeliefert. Artikel ansehen